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Die Gemeinde Weisweil gehört zur Region Breisgau.
Diese erstreckt sich zwischen Rhein und Schwarzwald
im badischen Landesteil
Weisweil liegt an den Auwäldern des Rheines , umrahmt von den
Weinbergen des Kaiserstuhls und den Vorbergen des
Schwarzwaldes.
des Bundeslandes Baden-Württemberg.
Unser Dorf, das 1995 sein 1225-jähriges Jubiläum hatte blickt auf eine sehr bewegte Geschichte zurück.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen beziehen sich auf einer Urkunde des Klosters Ebersheim im Elsass. Leider wurde zwischenzeitlich festgestellt,
dass diese Urkunde vermutlich von Mönchen des Klosters Ebersheim gefälscht wurde um ihre Besitzansprüche gegenüber
dem Bistum Straßburg zu dokumentieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass es Weisweil damals noch nicht gab.
Im Dreieck zwischen Elz, Rhein und Kaiserstuhl wurde so viele urgeschichtliche Funde gemacht, dass es an der frühen Besiedlung
keine Zweifel gibt. Die ältesten Funde rund um Weisweil stammen aus der Steinzeit. Es finden sich weiter Funde aus der Zeit der
"Bandkeramiker" und aus der Bronzezeit, sowie Siedlungsreste der Kelten. Diese wurden dann später durch die römischen
Eroberer verdrängt.
Der Ortsname Weisweil deutet auf eine römische Besiedlung hin. Die Römer errichteten in der Gegend des späteren Ortes Weisweil mehrere befestigte Gutshöfe "Villae". Mit dem Zusammenbruch des Limes im Jahre 260 n.Chr.
wurde die Region von den Alamannen besiedelt. Diese hatten kein Interesse an den römischen Gutshöfen, verwendeten jedoch
die Bezeichnungen (Flurnamen) für Ihre Siedlungen.
Die Bezeichnungen "weil","wil","weiler" deuten auf römische Siedlungen hin, die von den Alamannen (Alemannen) übernommen wurde. Spätere Siedlungen der Alamanen
enden auf "-ingen". Dieser Endung wurde der Name des Grundherren vorangestellt. (zum Beispiel Ando - ingen für Endingen).
Die hier ebenfalls of anzutreffenden Ortnamen auf "-heim"entstanden erst später in der Merowingerzeit und bilden somit die
jüngsten Ortsnamen der Region.
Nach der Zugehörigkeit zu verschiedenen Lehensherrn im Mittelalter brachte der 30-jährige Krieg einschneidende Veränderungen mit sich. Das Dorf wurde - wie viele andere in der Region - nahezu entvölkert (nur 3 alte Bürger haben den Krieg überlebt).
Zuwanderungen protestantischer Siedler aus der Schweiz und aus Frankreich vermischten sich mit den Resten der ursprünglichen Bevölkerung.
Im Zuge dieser Zuwanderung kamen auch die Vorfahren meiner Mutter aus Phalsbourg (Pfalzburg/Lothringen) nach Weisweil.
Dieser "Urahn" meiner Mutter war Melchior Klipfel, der nach urkundlicher Erwähnung am 16.Nov.1659 den Ziegelhof kaufte und ausbaute.
Melchior wurde später Vogt in Weisweil, ein Amt das weitere Abkömmlinge seiner Familie weiterführten.
Nach einer Liste in der Chronik der Gemeinde Weisweil (um ca. 1700) gehörte der Vogt Kaspar Klipfel (geb. 1658 als Sohn von Melchior) zu den einflußreichsten und
wohlhabensten Weisweiler Familien. Weiter Familiennamen in der Reihenfolge ihres Besitzes sind Hagen,Schmidt, Reith, Blum,
Engler, Pfeiffer, Mast, Oehler, Barth, Haag, Hüglin, Buchmüller, Mayer, Jacob. Eine besondere Gruppe bildeten auch die Fischer mit den
Namen Klanck, Dienle, Jacob, Karcher, Hanselmann, Hag. Besonders die Fischerfamilien gehören sicherlich zur den Ur-Einwohnern. Die besonders wichtige Mühle von Weisweil war in der Hand der Familie Wolff.
In der Folgezeit kam der Ort unter wechselnde Herrschaften. Überschwemmungen und Auswanderungswellen behinderten das
Wachstum der Gemeinde. Durch die Regulierung des Rheines unter Tulla und den Bau des Leopoldskanals konnte die Land- und Forstwirtschaft
verbessert werden.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte Weisweil ca. 1800 Einwohner und damit fast die heutige Bevölkerungszahl
erreicht. Nach dem zweiten Weltkrieg kam jedoch ein neuer Tiefpunkt.
Durch die exponierte Lage an Rhein und Rheinübergang wurden 90% der Häuser zerstört, ebenso die Rheinbrücke.
Die Bevölkerung war evakuiert worden und über den ganzen Schwarz wald bis in den württembergischen Landesteil verstreut.
Mit dem Wiederaufbau des Dorfes und der Ansiedlung von kleineren Industriebetrieben kam ein bescheidener Aufschwung. Heute ist Weisweil wieder eine aufstrebende Gemeinde.
Industrieansiedlungen und Neubaugebiete sind erschlossen und wachsen ständig. Seit dem Jahr 2000
haben wir die Zahl von 2000 Einwohnern überschritten.
kleine Chronik
| 770 n.Chr | Erste urkundliche Erwähnung |
| 1399 | Rechtsstreit zwischen Hachbergern und Lichtenberg um Weisweil |
| 1415 | Verkauf von Weisweil an den Markgrafen Bernhard von Baden |
| 1525 | Bauernkrieg und Aufstand in und um Weisweil |
| 1618-48 | Dreissigjähriger Krieg |
| 1653 | Durch die Kriegswirren haben in Weisweil nur 3 Bürger überlebt. |
| 1778 | Schlimme Überschwemmungen durch Rheinhochwasser |
| 1837 | Baubeginn des Leopoldskanals |
| 1871 | Weisweil hat 1736 Einwohner |
| 1872 | Bau des Leopoldskanals beendet |
| 1898 | Erneute große Überschwemmungen |
| 1914-18 | I.Weltkrieg |
| 1938-39 | Bau des Westwalls (Bunkerkette entlang des Rheines) |
| 1940 | Mehrfache Evakuierung der Weisweiler Bevölkerung |
| 1945 | Weisweil wird zu 90% zerstört. |
| 1948-52 | Wiederaufbau / 266 Gebäude müssen aufgebaut werden. |
| 1953-56 | Erste Industrieansiedlungen |
| 1972 | Verwaltungsgemeinschaft mit Kenzingen |
| 1972-1997 | Bevölkerungszuwachs durch Neubaugebiete |
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